Eine ganze Halbserie hat Sarstedts Erste Herren auf einen Sieg warten müssen. Zuletzt hatte man im Dezember – im Hinspiel gegen die TuS Bothfeld – das Feld als Sieger verlassen können. Dann hatte man in der gesamten Rückrunde nur ein mageres Pünktchen auf die Habenseite bringen können und war in einem Erkrankungs- und Verletzungsstrudel nicht mehr an die Oberfläche gekommen. Zuletzt waren Relegations- und Abstiegsplatz immer näher gerückt. Nun hat man diese Entwicklung ausgerechnet in schlechtestmöglicher Ausgangslage zumindest stoppen können. Die nächste Verletzung hatte den Kader auf drei Rückraumspieler schrumpfen lassen, doch mehr oder weniger durch Zufall konnte Michel Hartung reaktiviert werden: Mehrere Jahre nach Karriereende in der Ersten und ohne Training mit dem Team lief er in Rot-Weiß auf und zeigte ein überragendes Spiel.
Von Beginn an verteidigte Sarstedt im Verbund, ließ sich von den beiden Kreisläufern der Bothfelder nicht aus der Ruhe bringen. Auf dem Weg nach vorne war man sich der Kadersituation bewusst und baute in Ruhe auf, nicht ohne im Tempogegenstoß ausgewählt gefährlich zu sein. Jonas Rehbock aus der zweiten Reihe setzte das erste Ausrufezeichen, und nach der ausgeglichenen Anfangsviertelstunde war es vor allem die Treffsicherheit von Sebastian Arning, die Sarstedts Torekonto anwachsen ließ. Darüber hinaus war Timo Engelmann wie so oft ein starker Rückhalt, sodass es wenige Minuten vor dem Wechsel 11:17 stand. Ärgerliche Gegentore brachten Bothfeld bis zur Pause auf 13:17 heran, was einen halbzeitübergreifenden Blackout bis auf 17:17 einläutete. Somit entwickelte sich in den letzten 25 Minuten ein Krimi, in dem Sarstedt zwar immer vorlegen konnte, das Spiel aber nicht entschied. Dabei zeigte man ein solides Nervenkostüm, setzte die Ressourcen im Rückraum schlau ein. In den Schlussminuten war es Christian Sandens Durchsetzungskraft, die Sarstedt im Spiel hielt. Kurz vor Ende wurde es dann nochmal eng, denn Bothfeld ging mit 26:25 in Führung, doch erneut Christian Sanden, die Sarstedter Auszeit und letztendlich Tobi Ritschels Tor drehten das Spiel wieder in die richtige Richtung und brachten das 26:27 auf die Anzeigetafel.

Thorben Walbrecht: „Das war heute eine echte Mannschaftsleistung, in der alle füreinander eingestanden sind. Zusätzlich war die Bereitschaft von Michel, für uns einzuspringen, natürlich ein großer Faktor. Jetzt können wir zwar nicht entspannt Richtung Saisonabschluss schauen, haben jedoch weiterhin alles in eigener Hand.“

Engelmann – Arning (8), Sanden (7), Ritschel, Felgenhauer (je 3), Rehbock, Hartung (je 2), Wurche (1), Swientek, Gütt